Raneb – ein kleines Wunder – ein zweites Leben
Avenches, 24.11.2007

Er war eine unserer Hoffnungen für die Rennsaison 2007. Bereits Ende 2006 zeigte der Rainbows for Live Sohn aus der russischen Stute Radiace bei seinem zweiten Lebensstart gegen die Schweizerische Elite der Zweijährigen im Coupe Des Deux Ans mit dem vierten Platz seine Qualitäten.
Doch dann kam alles anders. Nach zwei weiteren Starts, darunter einem dritten Platz im Frühling dieses Jahres, entschlossen wir uns, den Hengst zu kastrieren, da er in den Rennen aufgrund seines Hengstverhaltens zunehmend die Konzentration verlor. Am Nachmittag des 14. Mai erfolgte die Kastration in der Klinik des Nationalgestüts. Seine Trainerin Franziska, die ihn begleitete, erinnert sich, dass die Operation selber ohne Komplikationen verlief. Raneb kam in der Aufwachboxe normal hoch.
Bild oben: Raneb als Zweijähriger kurz vor seinem ersten Start.
 
Kurz danach geschah es. Vermutlich durch eine heftige Bewegung erlitt der Hengst an der Leistenöffnung einen Darmdurchbruch. Es war ein Bild des Grauens und Schreckens. Da stand der Fuchs in der Boxe und schaute uns mit seinen grossen Augen an. Ein Teil seines Darms hing raus und lag auf dem Boden.
Das Ärzte- und Pflegeteam der Klinik handelte sofort. Raneb wurde erneut in den OP geführt, wo er eine zweite Vollanästhesie erhielt. Verzweifelt versuchten wir, den Darm durch die Leistenöffnung nach oben wieder in seine Position zu schieben. Nach eineinhalb Stunden mussten wir erfolglos aufgeben. Wir waren am Punkt der Entscheidung. Einschläfen oder ihn wieder aus der Narkose holen und einen Transport ins Tierspital Bern versuchen. Meine Frau und ich hatten aufgegeben und sagten: Erlöst das Pferd. Dr. Dominik Burger, Chefarzt der Klinik, meinte: „Ich sah in als zweijährigen laufen; er ist ein harter Kerl. Gebt ihm noch eine Chance und lasst uns alles versuchen“.
Bild oben: Raneb beim Kauf mit 3 Monaten auf dem Gestüt in Tschechien.
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