| Albadeia schreibt bald 70 Jahre Zuchtgeschichte |
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Albadeia gehört zu den traditionsreichsten Vollblutaraber Zuchtstätten Ägyptens und mit Sicherheit heute auch zu einem der ältesten Privatgestüte der Welt. Ahmed Marei, der Grossvater von Nasr, gründete 1935 mit dem Kauf zweier Stuten von der Royal Agricultural Society das Gestüt. Es waren die beiden Ibn Rabdan Töchter Bint Magboura und Bint Bint Bint Riyala. |
| unten: Ahmed Marei, Gründer von Albadeia, Bild aus Archiv Albadeia |
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| Bis heute sind auf Albadeia ca. 500 Fohlen zur Welt gekommen und das Gestüt weist heute einen Bestand von ca. 60 Pferden auf. Albadeia Pferde haben die ägyptische Zucht in den letzten 30 Jahren weltweit beeinflusst, wurden doch insgesamt 200 Pferde exportiert, die meisten in die USA, nach Europa und in den Nahen Osten. |
| In Ägypten selbst zählt Albadeia seit Jahren zu den führenden Privatgestüten. Auf der jährlichen Nationalschau in El Zahraa dominieren die Pferde von Albadeia. Alleine auf der diesjährigen Schau gewannen von Albadeia gezüchtete Pferde einen Grossteil der Championate. Aber auch auf internationaler Ebene gelingt es Albadeia, auf höchstem Niveau mitzuhalten. So war es in jüngster Zeit die Stute Gelgelah (Imperial Madori x Anhar Albadeia), die in der Schausaison 2002 in Europa namhafte Championate gewann und in Aachen am All Nations Cup zum Liebling vieler Zuschauer wurde. |
| Dr. Sayed Marei - Bewahrer der ägyptischen Zucht in schweren Zeiten |
| Ahmed Marei’s Sohn, Dr. Sayed Marei (Vater von Nasr Marei) trat in die Fussstapfen seines Vaters und führte das Zuchtprogramm mit grosser Leidenschaft weiter. Seine Zeit für die Pferde und die Familie war oft beschränkt, da er in Ägypten gleichzeitig zu einem der wichtigsten Politiker seiner Zeit wurde. Unter dem ägyptischen Staatspräsidenten Nasser besetzte Sayed Marei das Amt des Landwirtschaftsministers und war unter anderem zuständig für Ägyptens Pferdezucht. Doch 1961, unter der kommunistischen Herrschaft Nassers, geriet das alte Erbe der ägyptischen Vollblutaraber in grosse Gefahr. Nasser führte in Ägypten ein kommunistisches Regime nach sowjetischem Vorbild ein. Privates Eigentum sollte abgeschafft werden und der Staat versuchte, die Pferde in Privatbesitz zu konfiszieren. Sayed Marei als Landwirtschaftsminister und Pferdeliebhaber stand gegen Präsident Nasser und seine russischen Berater alleine auf weiter Flur und versuchte verzweifelt, das alte Kulturgut Ägyptens zu retten. Mit einer letzten Bitte, seine ganze politische Karriere riskierend, wandte sich Sayed Marei an Präsident Nasser mit den Worten: „.... es ist das gleiche, wie wenn man die grossen Pyramiden von Ägypten auslöschen würde.“ So konnte er Präsident Nasser überzeugen und damit entscheidend zur Erhaltung der ägyptischen Vollblutaraberzucht beitragen. |
| unten: Dr. Sayed Marei und der Hengst Ameer Albadeia (Kayed x Malekat el Gamal); Bild Archiv Albadeia |
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| Unter dem späteren Staatspräsidenten Sadat führte Sayed Marei das Amt des Landwirtschaftsministers weiter und wurde gleichzeitig engster Berater von Sadat. In diesem Amt war ihm auch die Egyptian Agricultural Organization (EAO) mit dem Staatsgestüt El Zahraa unterstellt, das in dieser Periode eine Blütezeit durchlebte. |
| Beim tödlichen Attentat auf Präsident Sadat war Sayed Marei an seiner Seite und wurde ebenfalls verletzt. Er entschloss sich danach, seine politische Karriere zu beenden und sich vermehrt der Pferdezucht zu widmen. |
| Rechtzeitig übergab dann Sayed Marei das Zuchtprogramm an die nächste, das heisst die dritte Generation. Sein Sohn Nasr ist fortan die leitende Kraft des Gestüts. |
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