Sharjah - Ein kleines Emirat am Persischen Golf

Neben Pferderennen sind Kamelrennen die andere grosse Leidenschaft am Persischen Golf. Neben Nad al Sheba gelegen, direkt vor der Skyline von Dubai befinden sich die Renn- und Trainingsbahnen für Kamele.

Verglichen mit einer Pferderennbahn sind die Bahnen für die Kamele viel länger, da auch die Rennen oft über 10 oder 15 Kilometer führen. Entlang der Bahn verläuft eine breite Strasse, damit die Rennen von den Zuschauern aus ihren Autos heraus direkt verfolgt werden können.

  

Rennkamele sind, ähnlich wie Pferde in der englischen Vollblutindustrie, hochgezüchtete Tiere, die professionell nach neusten veterinärmedizinischen und physiologischen Erkenntnissen gehalten, gepflegt und trainiert werden.

Früh morgens und abends, wenn es nicht so heiss ist, sieht man auf den Bahnen draussen gut und gerne zwei bis dreihundert Kamele, aufgeteilt in Lots von 3 bis 10 Kamelen ihr tägliches Training absolvieren. Die Kamele sind im Training oft in dicke Decken eingehüllt, um ihre hochempfindliche, austrainierte Muskulatur zu schützen und um sie so durch schnellen Fettabbau in Rennkondition zu bringen.
Wie in den Rennen, werden sie oft auch im Training von pakistanischen oder indischen Knaben im Alter zwischen 5 und 10 Jahren geritten. Auch wenn heute mit Helm ausgerüstet und nicht mehr auf den Kamelen festgebunden, ist der Einsatz dieser kleinen Kinderjockeys höchst umstritten, da die Knaben in diesem Alter von der täglichen Reiterei in unnatürlicher Position oft bleibende Haltungsschäden davontragen. Wenn sie grösser und schwerer werden, werden sie oft abgeschoben und stehen ohne Ausbildung da.
Aber der Kamelrennsport wird in Dubai als grosses und prestigeträchtiges Geschäft der Sheiks angesehen und ein Top Rennkamel kostet gut und gerne zwischen einer halben und einer Million US$.

Urs Aeschbacher, März 2003  

zurück zu Übersicht Reportagen