| 4 Thesen zur heutigen Vollblutaraberzucht in Polen |
| Text und Bilder: Urs Aeschbacher, Copyright by Nile Arabians |
|
Mit Interesse verfolgt Nile Arabians seit Jahren das polnische Zuchtprogramm und vergleicht es mit anderen Zuchtrichtungen. Im Jahr 2006 richtete ich zum 2. Mal die polnische Nationalschau in Janow Podlaski und konnte mir so erneut ein Bild über den aktuellen Stand der Zucht verschaffen. Die Gestütspräsentationen nach der Schau mit den Zuchtstuten und deren Nachkommen in den Gestüten Janow Podlaski, Michalow und Bialka zeigten interessante Ausblicke und Trends für die nächsten Jahre. Die hier aufgestellten Thesen sind eine rein persönliche Einschätzung des Autors aufgrund seiner Eindrücke, Beobachtungen und Analysen des polnischen Zuchtprogramms. Die Bilder wurden während den Gestütsbesuchen gemacht und vermitteln aktuelle Impressionen der Vollblutaraberzucht in Polen. |
links:
Gaskonia von Probat aus der Gisela von Palas (SU) vom Gestüt Michalow. Gaskonia
wurde polnische National-Championstute 2006. Gaskonia kann als erstklassige
Hengstmutter bezeichnet werden, brachte sie doch die beiden Söhne Gaspar von
Emigrant und Grafik von Eukaliptus, Gewinner des polnischen Hengst-Championats
und -Reserve-Championats 2006.Weiteres Bild ... Foto: Nile Arabians |
|
These 1: Konsolidierte Qualität auf hohem Niveau |
|
Nach wie vor
gehört die polnische Vollblutaraberzucht der Gestüte Janow Podlaski, Michalow
und Bialka zu den weltweit konsolidiertesten Zuchtprogrammen. Die Konstanz, mit
der über Jahrzehnte immer wieder Pferde von höchster Qualität gezüchtet werden,
ist immer noch unübertroffen. Die Gründe dafür liegen vor allem in der Beständigkeit und in der Kompromisslosigkeit, mit der in Polen das Zuchtprogramm über Jahrzehnte verfolgt wird, ohne die züchterische Grundausrichtung allzu leicht temporären Modeströmungen preiszugeben. Die unverwechselbare, züchterische Handschrift stammt aus der Feder von langjährigen und erfahrenen Pferdefachleuten, die Pferdezucht im Allgemeinen und die Vollblutaraberzucht im Speziellen professionell und erwerbsorientiert betreiben. Ein natürliches und gesundes Konkurrenzdenken zwischen den Gestütsleitern von Janow, Michalow und Bialka ist ebenso zu verspüren wie der gleichzeitig intensive Informationsaustausch und die Zusammenarbeit bei der Anpaarung der Stuten und der Selektion der Nachzucht. |
|
Dieser Hengst ist stark von seiner Mutter Gaskonia geprägt,
vor allem in der Feinheit des Kopfes, in der Halsung und in der Oberlinie. |
| Diese seit Jahrzehnten gefestigten Grundstrukturen, die züchterische Professionalität und die konsequente Überlieferung der genaustens dokumentierten Zuchtentwicklung von einer Gestütsleitung zur nächsten sind Werte, die der polnischen Zucht zu ihren Erfolgen verhelfen. Nichts deutet darauf hin, dass sich in nächster Zukunft an dieser Konstellation Entscheidendes ändern wird. Eine Instabilität, wie sie beispielsweise in Russland mit allen ihren negativen Folgen in den letzten Jahren zu beobachten war, ist in Polen kaum vorstellbar. |
| weiter zur nächsten Seite |