Polen zwischen Tradition und Veränderung (4)

These 3: Der polnische Vollblutaraber ist und bleibt primär ein Schaupferd
 
Trotz der Rennleistung als Selektionsinstrument bleibt die züchterische Zielsetzung in Polen eindeutig die Zucht eines Schaupferdes. Die internationale Schauszene wird von Vollblutarabern aus Michalow oder Janow seit vielen Jahren dominiert, auch wenn vielleicht zurzeit einige Kräfte, darunter auch Vertreter internationaler Gremien, auf subtilem, politischem Wege die Erfolge Polens etwas zu schmälern versuchen. Zum Glück sind solche Kurzsichtigkeiten meistens der Kurzfristigkeit ausgeliefert.
 
links: Hula (1996) von Penthagonn aus der Eukaliptus Tochter Hulanka wurde auf dem Polish Prestige Sale 2006 zum Spitzenpreis von € 165'000.- versteigert.

Exquisite Exotik, unwiderstehliche Weiblichkeit und aristokratische Eleganz sind die Attribute dieser erstklassigen Stute.







Foto: Nile Arabians

 
Polen hat sich beim arabischen Vollblut schon seit einiger Zeit aus der Leistungszucht verabschiedet. In der internationalen Rennszene sind Pferde der Gestüte Michalow, Janow und Bialka kaum bis gar nicht vertreten. In den Arabischen Emiraten wurden und in Amerika werden zurzeit im Rennleistungssport polnische Pferde von französisch und tunesisch gezogenen abgelöst oder mit diesen eingekreuzt. In Polen selber werden Pferde aus französischer Zucht nicht mehr an die Rennen zugelassen.
 
links: Pepesza (1993) von Eukaliptus aus der Pestka von Probat erzielte auf dem Polish Prestige Sale 2006 den Preis von € 140'000.-

Diese hochedle Stute verkörpert den traditionellen, alten polnischen Typ. Ihren Namen Pepesza, was so viel bedeutet wie russisches Maschinengewehr, erhielt sie offensichtlich aufgrund ihrer Lebendigkeit und Schnelligkeit als Fohlen.










Foto: Nile Arabians

 
Diese Entwicklung ist logisch nachvollziehbar, da die Vollblutaraberzuchten in Tunesien und Frankreich über längere Zeit und in konsequenterer Form einer Leistungsselektion unterzogen wurden. In der Konsequenz sind polnische wie aber auch russisch gezogene Pferde in der Regel auf der Rennbahn nicht ausreichend konkurrenzfähig.
 
links: Esparato (2002) von Ekstern aus der Eukaliptus Tochter Ekspozycja.

Dieser noch junge, eher spätreife Hengst verbindet in gelungener Weise den Typ von Ekstern mit den langen Linien in Halsung und Körper von Eukaliptus.












Foto: Nile Arabians

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